Interview

mit Patrick G. Rueff

Patrick, was ist die zentrale Idee hinter dem Hotelmaker?

Patrick G. Rueff:
Der Hotelmaker ist für Privathoteliers entstanden, die spüren: Mein Hotel ist besonders – aber der Markt sieht es noch nicht klar genug. Viele inhabergeführte Hotels haben eine starke Persönlichkeit, echte Gastfreundschaft und ein außergewöhnliches Erlebnis. Trotzdem wirken sie online oft austauschbar. Genau da setze ich an: Ich helfe Hotels dabei, aus der Vergleichbarkeit herauszukommen und zu einer Marke zu werden, die Gäste verstehen, fühlen und buchen.

Welches Problem beobachtest du bei
vielen Privathotels besonders häufig?

Patrick G. Rueff:
Viele Hoteliers führen großartige Häuser, verschwinden aber auf Plattformen wie Booking.com zwischen unzähligen ähnlichen Angeboten. Dann entscheidet oft der Preis statt das Erlebnis. Das ist schade, weil gerade Privathotels so viel Einzigartigkeit besitzen. Nur wird diese Einzigartigkeit häufig nicht klar genug erzählt, nicht konsequent genug sichtbar gemacht und nicht systematisch genug vermarktet.

Warum geraten Privathotels so schnell in die Vergleichbarkeit?

Patrick G. Rueff:
Weil sie im Tagesgeschäft oft keine Zeit haben, strategisch an ihrer Marke zu arbeiten. Marketing wird dann nebenbei erledigt oder immer wieder verschoben. Gleichzeitig treten Kettenhotels mit klaren Systemen, starken Marken und professioneller Vermarktung auf. Privathotels haben häufig das bessere Erlebnis – aber nicht immer die bessere Sichtbarkeit. Und genau dadurch entsteht Vergleichbarkeit.

Was bedeutet für dich eine starke Positionierung?

Patrick G. Rueff:
Eine starke Positionierung bedeutet, dass Gäste sofort verstehen, warum sie genau dieses Hotel wählen sollten. Nicht, weil es günstiger ist. Sondern weil es anders ist. Weil es eine klare Geschichte erzählt. Weil es ein Gefühl auslöst. Weil es ein Versprechen gibt, das glaubwürdig, relevant und emotional ist. Ein gutes Hotel wird nicht nur gebucht – es wird verstanden.

Was verändert sich, wenn ein Hotel zur echten Marke wird?

Patrick G. Rueff:
Dann entsteht Sog. Gäste vergleichen weniger über den Preis, sondern orientieren sich stärker an Haltung, Erlebnis und Identifikation. Ein Hotel wird dann nicht mehr nur als Unterkunft wahrgenommen, sondern als Ort mit Charakter. Das wirkt sich auf Buchungen, Preise, Weiterempfehlungen und sogar auf Mitarbeitergewinnung aus. Eine starke Marke zieht nicht nur Gäste an, sondern auch Menschen, die Teil dieser Geschichte sein wollen..

Wie unterstützt du Hoteliers konkret dabei?

Patrick G. Rueff:
Die Lösung bietet das 3-stufige Kometenprinzip ®, welches bei mehr als 1.000 Hotels erfolgreich angewendet wurde und den Hotelier und seine Mitarbeiter an die Hand nimmt um in eine erfolgreiche und klare Zukunft zu gelangen.

Dabei ist das Kometenprinzip keine Raketenwissenschaft, sondern ein logischer Aufbau einer zielgerichteten strategischen Vorgehensweise der einer einfachen Logik folgt: zuerst gilt es, ein außergewöhnliches Hotel zu schaffen. Ein Betrieb, der aus der Masse herausragt und Mitarbeiter, Gäste und Medien nicht nur erreicht, sondern elektrisiert. Hebt sich ein Hotel aus der Masse ab, wird es sichtbar und hat die Chance, u.a. mit authentischem Storytelling und besonderen Erlebnissen begehrt und schließlich wirtschaftlich erfolgreich zu werden."

Patrick G. Rueff:
Ich arbeite mit einem klaren System. Es geht nicht darum, irgendeine schöne Kampagne zu entwickeln oder ein paar Marketingmaßnahmen umzusetzen. Es geht darum, das Hotel strategisch neu zu schärfen: Positionierung, Markenstory, Angebot, Kommunikation und Marketingsystem. Ziel ist, dass Hoteliers wieder Kontrolle über ihre Vermarktung bekommen – und nicht dauerhaft von Plattformen, Rabatten oder externen Agenturen abhängig sind.

Was ist das Besondere am Hotelmaker-System?

Patrick G. Rueff:
Das Hotelmaker-System basiert auf über 40 Jahren Hospitality-Praxis, der Erfahrung aus mehr als 200 Hotelkonzepten und der Beratung von 1.000 Privathotels. Es ist kein theoretisches Modell, sondern aus echten Projekten entstanden. Der Ansatz ist sehr pragmatisch: Wir machen sichtbar, was ein Hotel wirklich besonders macht, übersetzen es in eine starke Geschichte und entwickeln daraus ein Marketingsystem, das im Alltag funktioniert.

Du sprichst von 90 Tagen. Was kann in dieser Zeit entstehen?

Patrick G. Rueff:
In 90 Tagen kann sehr viel Klarheit entstehen. Ein Hotel kann seine Positionierung schärfen, seine Markenstory entwickeln und ein System aufbauen, das die richtigen Gäste gezielter anspricht. Natürlich ist Markenentwicklung ein langfristiger Prozess. Aber in 90 Tagen kann der entscheidende Grundstein gelegt werden: weg vom Bauchgefühl, hin zu einer klaren, nachvollziehbaren und umsetzbaren Strategie.

Warum ist dir Unabhängigkeit von OTAs so wichtig?

Patrick G. Rueff:
OTAs können hilfreich sein, aber sie dürfen nicht zur Hauptstrategie werden. Wenn ein Hotel zu stark von Plattformen abhängig ist, verliert es Kontrolle über Preise, Gästebeziehungen und Sichtbarkeit. Mein Ziel ist nicht, OTAs grundsätzlich zu verteufeln. Aber Privathotels brauchen eine eigene Marke, eigene Nachfrage und eigene Direktbuchungswege. Nur so entsteht echte unternehmerische Freiheit.

Was bedeutet „faszinieren statt rabattieren“ für dich?

Patrick G. Rueff:
Rabatte sind oft ein Symptom fehlender Differenzierung. Wenn ein Hotel nicht klar zeigt, warum es besonders ist, bleibt häufig nur der Preis als Argument. Faszinieren statt rabattieren heißt: Das Hotel muss so positioniert, erzählt und inszeniert werden, dass Gäste einen echten Grund haben, genau dort zu buchen. Dann geht es nicht mehr um den billigsten Preis, sondern um den stärksten Wunsch.

Welche Rolle spielt die Markenstory dabei?

Patrick G. Rueff:
Die Markenstory macht die Einzigartigkeit eines Hotels greifbar. Sie verbindet Fakten mit Emotionen. Viele Hotels haben eine Geschichte, aber sie erzählen sie nicht klar genug. Eine gute Markenstory zeigt, wofür ein Hotel steht, warum es diesen Ort gibt und welches Gefühl Gäste dort erleben. Sie ist kein Werbetext, sondern der emotionale Kern der Marke.

Was unterscheidet deine Arbeit von klassischem Agenturmarketing?

Patrick G. Rueff:
Mir geht es nicht darum, Hoteliers abhängig zu machen. Ich möchte sie befähigen. Natürlich braucht es professionelle Gestaltung, gute Kampagnen und starke Inhalte. Aber davor braucht es Klarheit. Ohne Positionierung bleibt Marketing oft Aktionismus. Der Hotelmaker-Ansatz gibt Hoteliers ein System, mit dem sie selbstbewusster entscheiden, gezielter kommunizieren und ihre Vermarktung besser steuern können.

Für welche Hotels ist der Hotelmaker besonders geeignet?

Patrick G. Rueff:
Vor allem für Privathotels im DACH-Raum, die mehr aus ihrer Einzigartigkeit machen wollen. Für Häuser, die bis zu etwa 250 Zimmer haben und spüren, dass sie mehr Potenzial besitzen, als aktuell sichtbar wird. Es geht um Hoteliers, die nicht einfach nur mehr Werbung machen wollen, sondern ihr Hotel strategisch weiterentwickeln möchten – als Marke, als Erlebnis und als wirtschaftlich starkes Unternehmen.

Du hast viele bekannte Hotelkonzepte begleitet. Was hast du daraus gelernt?

Patrick G. Rueff:
Ich habe gelernt, dass erfolgreiche Hotels selten zufällig erfolgreich sind. Hinter starken Häusern stehen klare Entscheidungen, mutige Unternehmer und eine konsequente Markenführung. Konzepte wie mama thresl, Priesteregg, BergBaur oder die Werdenfelserei zeigen, dass Hotels dann besonders kraftvoll werden, wenn sie eine klare Idee haben und diese Idee in allen Bereichen spürbar wird.

Was treibt dich persönlich bei dieser Arbeit an?

Patrick G. Rueff:
Ich kenne diesen Moment, wenn ein Hotelier in seinem Haus steht und spürt: Da ist mehr möglich. Genau dieser Moment interessiert mich. Ich möchte helfen, dieses Potenzial sichtbar zu machen. Privathotels sind oft voller Persönlichkeit, Geschichte und Leidenschaft. Mein Antrieb ist, daraus Marken zu entwickeln, die nicht nur funktionieren, sondern berühren.

Was wünschst du dir für die Privathotellerie?

Patrick G. Rueff:
Ich wünsche mir, dass Privathotels selbstbewusster auftreten. Sie müssen sich nicht hinter Kettenhotels verstecken. Im Gegenteil: Sie haben oft genau das, wonach Gäste heute suchen – Echtheit, Charakter, Nähe und besondere Erlebnisse. Aber diese Qualität muss klarer sichtbar werden. Wer unverwechselbar ist, darf sich auch unverwechselbar zeigen.

Was ist dein wichtigster Rat an Hoteliers, die gerade an ihrer Zukunft arbeiten?

Patrick G. Rueff:
Hört auf, euch nur über Zimmer, Ausstattung und Preise zu definieren. Fragt euch stattdessen: Warum sollte ein Gast genau zu uns kommen? Was macht uns wirklich anders? Welche Geschichte erzählen wir? Und welches Gefühl bleibt, wenn der Gast wieder abreist? Wer darauf klare Antworten findet, legt den Grundstein für eine starke Hotelmarke.

Was können Hoteliers als ersten Schritt tun?

Patrick G. Rueff:
Der erste Schritt ist Klarheit. Bevor man Kampagnen plant, Anzeigen schaltet oder neue Inhalte produziert, sollte man die eigene Positionierung prüfen. Ist sie verständlich? Ist sie emotional? Ist sie unterscheidbar? Und zieht sie die richtigen Gäste an? Genau dafür habe ich den Hotelmaker Guide entwickelt – als Einstieg in die Schritte, mit denen Privathotels ihre Positionierung klären und ihre Vermarktung systematischer aufbauen können.